Am Weg – Gedichte
Wandlungen
Sei ein Baum,
der nicht aufhört zu wachsen
und immer Früchte trägt
Halte dich gerade, bleib aufrecht,
gedeihe und strebe zum Licht
Mit starken Zweigen wiege dich im Wind
zur Melodie deiner tanzenden Blätter
Sei ein Fels, solide und fest
auf den man bauen kann
Klar und beständig im Geist
solide und entschlossen
in allem was du tust
Bleib du deines Lebensrades Achse
die ihm Halt gibt
und die sich nicht bewegt
Sei ein Meer
das sich Ebbe und Flut widersetzt
Unbeeindruckt von Wellen und Wogen
und den Stürmen
die nur an der Oberfläche
Mit ungeahnten Tiefen
voll mit Leben
verschwiegen, geheimnisvoll
unendlich
Sei ein Berg
der weit in die Täler schaut
mit reichen Schätzen im Verborgenen
Lasse die Zweifel verhungern
an deinen hohen Wänden
Halte leise Zwiesprache mit den Wolken
in deiner Seelenruhe
und schweige still in dir
Sei ein Fluss
der nie die Richtung ändert
Verfolge deinen Weg
ohne auf die zu achten
die am Ufer stehen
In einer ruhigen, gleitenden Bewegung
voller Energie, alles überwindend
ohne Fragen, selbstbestimmt
und mit festen Willen
Meditation
Die innere Uhr abgestellt
das Zeitgefühl verschwunden
bin hellwach
und habe doch die Welt verloren
Das Bisher weit weg
das Wohin nicht wichtig
Ich sitze da, die Position exakt
mit mir allein
und allem was zu mir gehört
bewusst und unbewusst
Die Gefühle verebbt
ganz in meiner Mitte
die Gedanken auf Reisen
weit weg von mir
Ich lausche der Stille
die immer leiser wird
ein Raunen vielleicht
höre hin
und beginne zu ahnen
Keine Fragen offen
alles besprochen
nichts wünschen, wollen
oder erwarten
Loslassen, die Ruhe spüren
und einfach Sein
Heute
Dich drückt die Stimmung heute
Wer drückt hier wen
Lass locker und spüre deinen Widerstand
die Kraft die du selber aufbaust
Die Freude, die Liebe, das Wunder
sie sind noch immer da
nur du bist abwesend
Besichtigst lieber deinen Käfig
blickst auf Dinge wie Unfähigkeit und Hader
und erwartest Hilfe von außen
Es sind keine realen Wolken
die deinen Geist benebeln
es ist die Schimäre deiner eigenen Illusion
Du bist vom Pfad nicht abgekommen
du stehst noch immer drauf
bist weiterhin im siderischen Ozean, im Licht
Aber wie ein Schattenboxer
kämpfst du mit deinem heute stumpfen Schwert
gegen dein eigenes Spiegelbild
Lege sie nieder diese Waffe
die in diesen Momenten versagt
Lass es einfach bleiben zu fragen warum
warum heute, warum so gegen meine Vorsätze
Du bist ein Wesen kein Roboter, vergiss das nie
die leise Ahnung die du von dir hast
ist ein mögliches Ziel, nicht der Weg
Die Steine die darauf liegen bauen ihn erst
Es gilt sie zu erkennen, zu betrachten
über sie zu stolpern
aber vor allem sie zu benennen
Je genauer du sie kennst
desto besser kannst du ihnen ausweichen
sie umtanzen, sie überspringen
oder gar über sie hinwegfliegen
Das ganze was dir passiert
dein momentanes Leben, all das was dazugehört
ist einfach keine Rolltreppe, kein Aufzug
und keine Triumphstiege
Es gilt auch diese Momente der Frustration
des vermeintlichen Stillstands, der Trauer
und des Unvermögens anzunehmen
Hör auf dein Herz
auf deine Antenne
Und bleib einfach still
Thron
Wahre Größe
braucht keinen Thron
Keinen der auf sie zeigt
oder tief verbeugt
und auch keine Ehrerbietung
Den Schmuck der Wert hat
den sieht man nicht
Sein Glanz ist leise
entzieht sich den Blicken
und leuchtet im Geheimen
Würde kann uns nicht
von anderen gegeben werden
oder umgehängt wie Talmi
in seinem falschen Glitzer
Wir haben sie
oder auch nicht
Weisheit ist nicht nur
eine Frage des Wissens
Sie ist in jedem von uns
auf die eine
oder andere Art
bewusst oder unbewusst
erkannt oder unerkannt
Werke und Taten
klein oder groß
bemerkt oder unbemerkt
brauchen kein Publikum
das Beifall spendet
Sie sprechen für sich
in ihrer Ehrlichkeit
und loben die
die sie vollbringen
Die Burg
In jedem von uns
eine Festung die keine Mauern hat
nach allen Seiten offen
und doch gut bewacht
Ein verschwiegenes Refugium
der Zuflucht und des Rückzugs
Mit Räumen sonder Zahl
Kammern, Fluchten, Sälen
die alle verschieden sind
viele hell, freundlich, gern besucht
viele im Dunkel, geheim und verborgen
Auch Gärten hat sie
mit Bäumen, Wiesen, Blumen
lieblich, ruhig und wunderschön
Stätten der Harmonie,
der Inspiration und Stille
eine Lust, eine Wonne hier zu sein
Diese Burg ist unsere Seele
Mauern sind da nur
wenn es unser Wille ist
Wir bestimmen wie hoch
und abweisend sie sind oder doch
durchlässig und empfänglich bleiben
Es liegt an uns
wie gut wir ihn erkunden
diesen Ort der unsere Heimat ist
es immer war
und auch immer sein wird
Wir bestimmen auch
wo wir verweilen
in dieser Burg
die auch unsere Wahrheit birgt
Mit allem was dazu gehört
und unser ganzes Wesen widerspiegelt
Ob in den Niederungen
des Egoismus, des Haders,
des Zweifels und der Lügen
wo es keinen Frieden gibt
Oder aber an den vielen Plätzen
der Wahrhaftigkeit, Schönheit, Freude
des Lichts und der Liebe
Die Mühen der Ebene
Mal ehrlich
Wer würde nicht gern
auf einem Berge stehen
und die Niederungen des Lebens
von da oben
mit einem weisen Lächeln betrachten
Gar viele glaube ich
Aber es gibt auch einige
die keine Berge brauchen
Die die sogenannten
Mühen der Ebene
sehr ernst und wichtig nehmen
Weil sie eben auch dazu gehören
Und sich dabei
ihrerseits fast so fühlen
als würden sie am Berge stehen
Mit einem genauso weisen Lächeln
König und Bettler
Was ist es
was du willst
was war es denn
gewusst, gefühlt
sicher oft
Und heute
auf den Pfaden des Zweifels
die Schritte ein Taumeln
und die Gedanken ein Tunnel
der das Licht absorbiert
Die Sicherheit vorbei
alle Antworten
ein großes Fragespiel
das Leben ein einziges
wieso und warum
Sei jetzt stark im Krieg
gegen deine Feinde
die in dir lauern
denn es sind keine realen
Keine Angst
es sind die Gedanken
die dich quälen
die Furcht zu versagen
die Freude am Werk zu verlieren
und von der Bewegung abzufallen
Besinne dich neu, lass dir Zeit
sammle alle Kräfte die du hast
blicke zurück und erinnere dich
was du gefühlt
in früheren Tagen
Und werde wieder König
du, der du Bettler bist
Das Pendel
Sooft dein inneres Pendel ausschlägt
in die eine oder andere Richtung
und du darunter leidest
werde dir bewusst
daß es einen Punkt gibt
von dem es herunterhängt
Richte deine Gedanken darauf
und du wirst es so vielleicht
zum Stillstand bringen
Ich bin
Ich bin die Wurzel
tief verborgen, sehr geheim
die die Kraft gibt
und beständigen Halt
Ich bin der Stamm
stehend, aufrecht, wachsend
mitten im Leben
biegsam und doch fest
Ich bin die Äste
die zur Sonne tanzen
im Sphärenreigen des Kosmos
mit Blättern
die im Wind sich wiegen
Aber auch das Laub
das zu Boden fällt
wenn das Werk getan
und die Zeit dafür reif
Und ich bin die Blüte
hervorgebracht von allen
Frucht des Werdegangs
die immer wieder blüht
Stille und Schweigen
Worte, Gedanken
das Denken an sich
dieses Gift der wahren Existenz
das alles erklären will
Und gleichzeitig deren Kostbarkeit
mühelos verblassen lässt
Jeder Satz nur eine Besprechung
der Vergangenheit, vielleicht der Zukunft
allerhöchstens eine Annäherung
an die Magie des Hier und Jetzt
Dieses Gezeter im Kopf
auf den Lippen, ohne Unterlass
regelmäßig die Wahrheit vernebelnd
wie immer sie auch
für jeden sei
Die schönsten Augenblicke
ein zäher Brei von Sekunden
die aus dem Nichts kommen
und dort auch wieder hingehen
Gefolgt von der nächsten Beliebigkeit
an die man sich kaum erinnern kann
Während die Stille und das Schweigen
Hand in Hand darauf warten
doch auch gehört zu werden
Ja vielleicht auch gefühlt
in den Momenten
die nur uns gehören
Und sich gegenseitig versprechen
die Menschen nicht zu verlassen
und immer für sie da zu sein
Wenn der Alltag innehält
und sie zur Ruhe kommen wollen
Jeder auf seine Art
Zauber
Es gibt Zauberworte
deren Formel wirklich wirkt
Sie haben Kraft und Magie
wenn man sie auch ernst nimmt
Viele wenden sie an.
und wissen das sie das tun
Sie gehören zu ihrem täglichen Leben
Bleib gelassen
und besinne dich auf diese Haltung
so oft du kannst
Lächle in den Tag mit heiteren Augen
Sei demütig und bescheiden
Tritt einen Schritt zurück
und nimm dich selbst nicht so wichtig
Sei dankbar
Erkenne wie reich du bist
und wie gut es dir eigentlich geht
Zügle deine Wünsche nach mehr
Hab Vertrauen
in den Gang der Dinge
Das gibt die nötige Sicherheit
und lässt alle Fragen verstummen
Hab Achtung und Respekt
für deine Mitmenschen
Verständnis und ehrliches Mitgefühl
Begegne deinen Nächsten mit Offenheit
Hab Geduld
die der Eile ein Ende macht
und mit der du auch warten kannst
Hab Freude
an den Dingen
auch an denen die tun musst
denn sie gehören alle dazu
Schenke allen deine Liebe
die du in deinem Herzen fühlst
ohne irgendwelche Unterschiede zu machen
Bleib in der Einfachheit
In der Gefühle und Gedanken
zur Ruhe kommen
und in der du
ganz du selber bist
Innerer Krieg
Es gibt einen Krieg
ohne Kampf, Schlachten oder Blut
Es ist der Krieg mit dir selbst
der in deinem Inneren tobt
Viele spüren gar nicht, daß es ihn gibt
Aber die darin kämpfen und denen es bewusst ist
wissen nur zu gut wie beschwerlich er sein kann
Dafür sind die errungenen Siege
auch wahrhaftig und andauernd
In der Wüste
Endlos
wanderte ich in der Wüste
voller Fragen
die mich immerzu quälten
Weit, weit weg
von jeder Art von Freude
Als ich sie endlich wieder verließ
nach zähem durstigen Ringen
hatte ich keine Fragen mehr
Und war voller Zuversicht
meine Lebensfreude
aus eigener Kraft
wieder finden zu können
Wille
Höre auf
dich ach so wichtig zu nehmen
oder gar unersetzbar
Verstehe, daß es einen Willen gibt
der über deinem steht
und stumm darauf wartet
gehört zu werden
Sei aufmerksam, offen und still
so gut es geht
Versuche ihm zu folgen
und mache dich so zum Werkzeug
deines wahren Selbst
Am Fenster
Bist du schon einmal
am Fenster gestanden
mit der Überzeugung
fliegen zu können
Und hast es trotzdem nicht gewagt
Setz dich nieder, ist besser so
und versuche es mal
von dort aus
Die Tür
Es ist immer gut
wenn eine Tür sich öffnet
Eine die vorher nicht da war
oder die man
einfach nicht gesehen hat
Aber jetzt ist sie da
und man sieht was dahinter ist
Etwas Neues vielleicht, oder auch
Vertrautes, nur in anderer Form
Es kann auch sein
daß sie uns einlädt durchzugehen
und etwas anderes zu versuchen
Oder auch nur
die Dinge etwas anders zu betrachten
Egal was man tut, wichtig ist
daß man sie überhaupt gesehen hat
„Anleitung“
Mit den Gedanken sparsam
mit den Worten noch mehr
Mit den Gefühlen haushalten
und mit dem leeren Tun
Bei den Wünschen nur die
die das Wollen auch erfüllen kann
Der Einfachheit sich ergeben
und auch dem Lächeln
Und dann
der entstehenden Ruhe
und dem inneren Frieden
nicht mehr im Wege stehen
Einsamkeit
Die Einsamkeit
ob sie nun eine unfreiwillige ist
oder eine regelmäßig eingehaltene
kann sicher schmerzen
Aber auch Früchte tragen
wenn man sich ihr bewusst
und ganz ergibt
Man ist dazu angehalten
sich selbst beschäftigen zu müssen
und alles ohne Hilfe zu tun
Seine Stärken und Schwächen
zu erkunden
und das eigene Wesen zu beobachten
Probleme selbst zu lösen
und wichtige Lebensfragen
alleine zu beantworten
Aber auch seine Gefühle zu meistern
ohne den Zuspruch anderer
Eine gute Schule
im Umgang mit uns selbst
Dafür gibt es wenig Ablenkung
bei Aufgaben die man sich stellt
Wenn man neues ausprobieren will
was man schon immer tun wollte
und von dem man träumt
Man kann sich in aller Ruhe
Dingen widmen die einem wichtig sind
Aber auch ohne jede Störung
die vielen Wunder der Natur betrachten
wann immer man will
Und hat dann garantiert genug Zeit dafür
Sie ist einfach
das wussten schon die alten Griechen
einer der besten Wege
zum berühmten und oft zitierten
„ Erkenne dich selbst „
Vom Glück
Ich kann mit Glück nichts anfangen
Auch nicht damit
ihm mit großem Aufwand nachzulaufen
Es reicht mir völlig
das zu machen
von dem ich überzeugt bin
daß es das Richtige ist
Und das, meist, mit Freude
Meine Pflichten zu erfüllen
die wir ja alle haben
aber auch Herausforderungen anzugehen
die ich mir selber stelle
In verschiedensten Bereichen
des Daseins
Für mich ist das Leben selbst
eine große, dankbare Aufgabe
die nie aufhört
und mich als ganzes Wesen beansprucht
Die es eben anzunehmen gilt
Eine Einstellung, eine Haltung
die ich mir erarbeitet habe
und die ich durchaus
auch als Glück bezeichnen kann
Der Umweg
Du bist etwas
von deinem Weg abgekommen
oder dem was du dafür hältst
Gehst also im Moment
einen kleinen oder größeren Umweg
Benutze doch diese Position im Abseits
um dein bisher zu betrachten
und wie du hierher gelangt
Und wie dein Weg, dein richtiger
denn eigentlich aussehen sollte
In der Stille
In der Stille
in der alles war
alles ist, alles sein wird
und in der alles möglich scheint
In die du lauscht
bis du deinen Atem
nicht mehr hörst
und deinen Herzschlag vergisst
Die dich umfängt
wie ein unsichtbarer Schleier
und dein ganzes Wesen erfasst
bis du ganz ihr gehörst
Wo deine Gedanken endlich schweigen
und die Gefühle langsam versiegen
Da kann es sein
daß du zu ahnen beginnst
wer du wirklich bist
Oben und unten
Wir blicken im Leben
oft nach oben
Mit unseren Augen
mit denen wir etwa
Türme, Bäume oder Berge betrachten
Aber auch mit den Herzen
die wir zu Himmel richten
Wenn wir traurig vielleicht
aber auch dann
wenn wir fröhlich sind
Aber es lohnt sich immer
ebenso nach unten zu sehen
wo und wie wir gerade stehen
Weil es eben wichtig ist
auch ein gutes Fundament zu haben
und es nie zu verlieren
Genügsamkeit
Eine gewisse Genügsamkeit
der Sinne
setzt sich dann auch
in unserem Geiste fort
Sie lässt ihn zur Ruhe kommen
weil er vom Äußeren
nicht so gefordert ist
Und sich Dingen öffnen
dir für uns Menschen
mindestens ebenso wichtig sind
Arbeit
Wo sind sie denn
die Früchte deiner Arbeit
der Lohn deiner Anstrengungen
wo sind sie hin
Auf deinem Konto wohl gefüllt
in den Häusern die du gebaut
in dem Wohlstand der dich umgibt
und dir den Glauben gibt
reich zu sein
Oder ist etwas dieser Arbeit
auch bei dir geblieben
in deinem Wesen, deinem Charakter
in deinen Gefühlen und Gedanken
in der Art wie du anderen begegnest
und wie du die Welt betrachtest
Und wieviel all deines Tuns
ist auch in deinem Herzen geblieben
Wanderer
Ein erfahrener Wanderer weiß
daß man nicht zuviel
zurückschauen sollte
auf die überwundene Strecke
und auch nicht zu weit nach vor
Sondern immer nur
auf den nächsten Schritt
Wahrheit
Auf der Suche nach der Wahrheit
gelang es mir eines Tages
die Augen zu öffnen
ja alle meine Sinne
Für die grandiose Natur
die so wunderbare Schöpfung
Und ich erkannte
daß hier alles ohne Lüge ist
ohne den geringsten Zweifel
und es auch keine Fragen
nicht gibt
Alles ist wahrhaftig
und wartet geduldig darauf
von mir auch so
WAHR genommen zu werden
Reichtum
Was aber ist Reichtum
den wir selber haben
Der uns auch bleibt
und sogar noch wächst
je mehr wir Erfahrungen sammeln
Bereit zu sein für das Leben
für all die vielen Wunder
für die Einfachheit, die Freude
und sich mit anderen mitzufreuen
Schönheit auch wahrzunehmen
ob in der Kunst, in der Musik
aber auch die der Menschen
und vor allem die der Natur
Gespräche zu führen
über die verschiedensten Themen
Aufmerksam zuhören zu können
weil uns auch interessiert
was der andere zu sagen hat
Allfällige Probleme selber zu lösen
es zumindest zu versuchen
bevor man jemand um Hilfe fragt
Mit vielfältigen Interessen die wir haben
aktiv zu sein, allein oder in Gemeinschaft
Sich aber auch die Zeit
fürs loslassen zu gönnen
Immer bereit zu sein dazuzulernen
und an sich selbst zu arbeiten
Das ist ein Reichtum
mit dem wir wachsen können
der uns aber auch zum erblühen bringt
Wenn wir so wollen ein ganzes Leben lang
Das Geheimnis
Es gibt Momente im Leben
da bekommen wir es mit uns zu tun
Gar oft passieren dann
viele Dinge auf einmal
Kein Selbstvertrauen mehr, nagende Zweifel
an dem was wir überhaupt wollen
und viele, viele Fragen
die wir uns immerzu stellen
Auf die es aber keine Antwort
zu geben scheint
Meist beginnt dann das
was man als Suche kennt
Wir lesen beratende Bücher zum Thema
besuchen Seminare, hören Vorträge
und führen vertiefende Gespräche
mit anderen, die ebenso wie wir
einen gewissen Halt finden wollen
Aber wie viele Worte der immer selben Art
braucht es wohl, bis wir anfangen
auf das zu hören was immer bei uns ist
und uns auch nicht verlassen wird
weil es zu uns gehört
Das vielleicht auch verantwortlich ist
für die Unruhe die uns zu schaffen macht
Es ist der Teil von uns
den man in den Schriften
das schweigende höhere Selbst nennt
Das aber keiner
so richtig beschreiben kann
und sich jedem anders offenbart
Weil es in der Tat
unser verborgenstes Geheimnis ist
und das auch immer bleiben wird
Die Konstante
Es gibt im Leben
eine einzige Konstante
Das sind wir selbst
Abgesehen von der Familie
ist alles andere im Wandel
Die Kollegen, die Freunde,
die Bekannten und oft auch die Partner
die wir lieben
Ein beständiges Kommen und Gehen
mit Höhen voller Freude
aber auch Tiefen, die uns
nur mehr enttäuscht zurücklassen
Nahe dem Zusammenbruch
nicht selten ganz allein
Und auf wen willst du dich dann verlassen
wenn alle gegangen sind
Und wem willst du dann vertrauen
wenn nicht ganz allein dir selbst
Lehrer
Alle Erscheinungen des Universums
sind deine Lehrer und Meister
die dich unterweisen
in der Schule des Lebens
Und auf der Suche
nach deinem wahren Willen
Das Ringen
Was hab ich alles gesucht
was hab ich gekämpft
und wie lange
hab ich darum gerungen
wie ich der Welt, den Menschen
ja dem Dasein begegnen soll
Um eine Haltung
mit der ich auch leben kann,
mit der es mir gut geht
Die auch das ausdrückt
was ich denke, was ich will
und was ich
in meinem Innersten fühle
Ich bin noch nicht so weit
es wird noch dauern
das muss ich mir eingestehen
Doch ich weiß jetzt, endlich
daß ich mir diese Mühe
nicht umsonst gemacht habe
Weil sie einfach Teil meines Weges ist
Es wartet noch weitere Arbeit auf mich
so fühle ich es zumindest
Aber im Unterschied zu damals
habe ich heute das große Glück
mich darauf freuen zu können
Illusionen
Der Dschungel all deiner Illusionen
wird solange weiter wuchern
bist du damit beginnst
daraus einen Garten zu machen
in dem es sich auch leben lässt
Die Flamme
Die Unsicherheit, der Zweifel
das nicht wissen was zu tun
ist etwas das wir alle kennen
Mit Gedanken die nagen
mit Worten die fragen
und Gefühlen
die im immer selben Kreis sich drehen
Eine Mühsal, ein Ringen
das oft auch zum Sturm wird
Dem man sich aber bewusst stellen sollte
und den es auszuhalten gilt
solange es auch dauern mag
Weil er auch die Kraft hat
eine Flamme zu entfachen
die anfangs noch klein ist
und vielleicht unscheinbar
Die aber immer heller wird
genährt von unserer eigenen Wahrheit
die wir immer besser verstehen können
Bis dieses innere Feuer beginnt
uns auch den Weg zu leuchten
der dann
wie aus einem Nebel auftauchend
immer deutlicher erkennbar wird
Schweigen
Wenn andere reden
schweige ich
bin aufmerksam und höre zu
Wenn ich draußen bin
schweige ich
gehe stumm durch die Natur
und erfreue mich
mit wachen Sinnen
So oft es geht
schweige ich
auch in Gedanken
und versuche leer zu sein und offen
für das was kommt
Ich schweige gern
genieße die Stille in mir
und habe so
meinen Frieden gefunden
Stern
Entsteige deiner Verpackung
Geschenk
Schäle dich aus der Schale
Frucht
Werde dir deiner bewusst
Mensch
und komm auf deine wahre Bahn
Stern
Aufmerksamkeit
Wir leben in unserer Zeit
mit einer wahren Masse
von Meldungen und Neuigkeiten
aus der ganzen Welt
Die uns, je nachdem
mehr oder weniger betreffen
Aber braucht es denn
unsere permanente Aufmerksamkeit
für alles was so passiert
rings um den Globus
und oft auch unsere Meinung dazu
Um sich dieser Flut zu entziehen
versuchen es viele schon
mit etwas mehr Achtsamkeit
für sich selbst
Ohne eine vorgefasste Meinung
über die leisen Signale
die von ihrem Innersten kommen
Ein Unternehmen, eine Übung
bei der es viel zu erkunden gibt
Vieles das verborgen, geheim
und auch unbewusst
Ein Beschreiten eines Weges
eine Art von Reise, die zugegeben
nicht immer so leicht ist
Die aber durchaus
unsere ganze Aufmerksamkeit verdient
Seiend
Sitzend in richtiger Position
Weilend im Augenblick und nur in ihm
Versiegend die Gedanken die so weit, weit weg
Vergessend alles was nicht dazu gehört
Achtend auf alle Gefühle die kommen
Schauend die Augen fest geschlossen
Hörend auf das Schweigen der Stille
Ruhend in der inneren Mitte
Atmend
Lebend
Seiend
Denken
Man denkt mir dem Kopf
und fühlt mit dem Herzen
Das weiß man
etwas Neues ist das nicht
Und doch tun es manche
genau umgekehrt
Und sind auch der Meinung
daß es eigentlich
viel besser so ist
Verstehen
Wie oft wollen wir das gleiche hören
oder viele Bücher darüber lesen
Weiviele Worte der immer gleichen Art
brauchen wir wohl
von unseren Ohren gehört
von den Augen gesehen
Bis sie auch dahin gelangen
wo unser Verstehen seinen Verlauf nimmt
Dort wo der Verstand
sich die notwendige Mühe macht
zusammen mit den Gefühlen
die ebenso gefordert sind
Aber freudig dazu einstimmen sollten
Bis, vielleicht eines Tages, endlich beide
die erarbeiteten Früchte
an unser ganzes Wesen weitergeben können
Dann, ja dann
leben diese Worte auch in uns
Eine Übung
Nicht mehr viel wollen
da alles schon da ist
aber vieles verborgen
Alles andere wird nicht gebraucht
Bei den Gefühlen
eine gewisse Mitte anstreben
Es wenigstens einmal versuchen
und dich dabei gut beobachten
Das Schweigen entdecken
und nichts mehr reden
außer natürlich in Gesellschaft
Und sonst nur das notwendigste
aber in klarer gesetzter Sprache
Weniger denken
Ganz auf den Moment konzentrieren
auf das was du gerade tust
Die Gedanken immer besser kontrollieren
Wenn welche kommen zulassen
und einfach weitermachen
Dabei ja nicht verkrampfen
Fang immer wieder neu an
wenn du fehlst
Vergiss nicht deinen Humor
und die Freude die es dir macht
Ein paar Stunden, einige Tage
ja vielleicht sogar Wochen
Und dann, wann immer du willst
unterbrich dein Schweigen, wähle gut
und sprich laut und deutlich ein Wort aus
Welche Kraft und Energie das doch hat
Meistern
Wenn uns das Leben einmal beutelt
oder Katastrophen hereinbrechen
wachsen wir als Betroffene
oft zu einer Größe heran
die wahrlich bemerkenswert ist
Das lässt uns aber auch erahnen
was wir alle
was wir Menschen
zu meistern imstande sind
Unser Haus
Wenn wir uns ganz ferne
von unserem Selbst fühlen
immer unruhiger werden
und für längere Zeit
so gar nicht mehr spüren
dann heißt es aufmerksam zu sein
Man sagt, daß wir Menschen
so wie wir alle sind
eine leise Ahnung
ja ein verborgenes Bild
von unserem wahren Wesen haben
Aber ebenso von dem
was wir tun müssten
um in dem Haus das wir darstellen
auch unsere innere Mitte zu finden
Nur Dich
Ganz tief hinuntersinken
dahin wo es nur dich gibt
und nichts und niemanden sonst
Weil du vergessen
Weder gestern noch morgen
nur der Moment
und das Außen nicht mehr da
Der einzige Gefährte dein Selbst
wie es das immer war
Und die Stille
wird zu einem stummen Gespräch
das allein euch beiden gehört
Glaubt an euch
Glaubt an euch
so wie ihr alle seid
in eurer großen Gemeinschaft
Ihr habt einen Verstand zum denken
eure Ideen, den Willen zu lernen
zu erkunden, zu erforschen
und eure Begeisterung
Die Freude am tun
aber auch die Freude am feiern
Und ihr habt ein Herz das lieben kann
Diesen inneren Kompass
der euch die Richtung weist
wo auch immer es hingeht im Leben
Glaubt an euch
und glaubt an die Liebe
Denn wenn ihr aufrichtig liebt
eure Mitmenschen und euch selbst
werdet ihr niemals fehlen
Wegweiser
Kennst du die Wegweiser
die deines Weges kommen
und die du erst Jahre später
entziffern kannst