Aus dem Leben – Gedichte

Der erste Schritt

Gehe ihn 
diesen ersten Schritt
in dein neues Leben
gehe ihn jetzt, unverzagt
und voller Zuversicht

Denke nicht daran
wie es dir gestern ging
oder morgen
vielleicht sein wird
Beginne neu, gehe ihn einfach
diesen ersten Schritt

Wie Weise sagen
oder wie man hört
beginnt alles
jede Reise, egal wie lang
und jede Tat
sei sie auch noch so unbedeutend
mit diesem ersten Schritt

Es bist vielleicht nur nicht du
der entscheidet
oder dein Verstand
Es ist vor allem auch dein Herz
und du tust gut daran
es auch zu hören
so gut es geht

Denke nicht, frage nicht
zweifle nicht
und schaue nicht
zu oft zurück

Folge deinem Herzen
denn du solltest wissen
daß es dir die Wahrheit sagt
und das immer tun wird
Folge ihm
und du wirst niemals fehlen

Und wenn doch ?
Wird es dir verzeihen

Die Zeit

In schönen Stunden unser Freund 
oft genug dann wieder Feind
ist sie für alle die selbe
und doch für jeden anders

Können wir sie uns nehmen
oder entzieht sie sich uns
Können wir sie auch nutzen
oder sind wir ihr ausgeliefert

Beschenkt sie uns mit ihrem Überfluss
oder zerrinnt sie uns
zwischen den Fingern
Ist sie denn auch da
wenn wir sie schon vergessen haben

Diktiert sie uns ihre unerbittliche Norm
oder gibt sie uns alle Freiheiten
Ändert sie uns denn auch
oder haben wir gar Einfluss auf sie

Könnte etwas entstehen
ohne sie
Wäre eine Entwicklung möglich
ohne sie
Und wie könnten wir denn wachsen
wenn nicht ganz allein mit der Zeit

Vorbilder

Da sind die Mütter
die nie die Geduld verlieren
und immer ein gutes Wort haben
für ihre Liebsten

Da sind die Alten
die sich nichts darauf einbilden
die auch der Jugend zuhören
und offen bleiben für alle

Da sind die
die anderen helfen
noch bevor sie gefragt werden
selbstlos und uneigennützig

Da sind die
die nicht aufgeben
um ein Ziel zu erreichen
welches auch immer
Egal wieviel Rückschläge es gibt

Da sind die Paare
die lange zusammen sind
nicht davonlaufen trotz aller Probleme
sich lieben und zueinanderstehen
ganz wie in den ersten Zeiten

Da sind jene die sich einfach geben
wenn auch ihr Leben schwierig sein mag
die in dieser komplizierten Welt
so wie die Kinder bleiben

Nicht zuletzt die
die anderen zulächeln
so ganz selbstverständlich
und so Freude bringen in ihren Tag

Das sind einige der Vorbilder
die ich habe
und von denen ich lerne
Die ich auch nicht lange suchen muß
weil sie mir Tag für Tag begegnen

Der Gruss

Um einen Menschen zu grüßen 
egal ob bekannt oder fremd
braucht es keine Worte
von denen wir so viele verwenden
und das oft gedankenlos
Nein, es geht auch ganz ohne

Die Augen auf ihn richten
aufmerksam, freundlich, wohlwollend
vielleicht sogar
mit ihnen lächeln

Positive Gedanken
weit ab jeder Aversion
trotz aller, vielleicht Fremdartigkeit
des anderen
der uns gegenübersteht

Eine Körpersprache
die nicht verschreckt
Eine Gestik die einladend ist
die den anderen entgegengeht
und ihm bedeutet
das er willkommen ist

Sein Herz öffnen
so weit es eben geht
und abwartend versuchen
einen Zugang zu finden

Nicht zuletzt
ein ganz einfaches
ein ehrliches Lächeln
das eine Brücke baut
bevor noch irgendein Wort
gewechselt wurde

Abschied

Es war bei einem Begräbnis
einer meiner Onkeln, ich erinnere mich gut
Der Redner hielt eine Ansprache
die nicht zum aushalten war
Für unsere Familie eine wahre Pein

Dieser Tag hat mich geprägt
und ich habe einen Entschluss gefasst
Ich möchte nicht dastehen
und dem Verstorbenen ins Grab nachrufen
wie sehr ich ihn geliebt habe
Oder daß irgendwas
zwischen uns noch offen ist

Ich möchte ihm meine Liebe geben
und für ihn da sein
solange er am Leben ist
So gut ich das eben kann

Ich habe es seither
auch bewusst so gehalten
und bin sehr sicher
damit das richtige zu tun

Mehr und mehr

Ich weiß
dir ist es mit den Jahren
immer mehr
ganz egal geworden
was du mir alles erzählst

Dir ist es nur wichtig
daß ich mir das anhören muss

Was du aber nicht weißt
Daß ich dir ganz oft
auch etwas zu erzählen habe
Nette, herzliche und zärtliche Worte
weil ich dich noch immer liebe

Aber das mehr und mehr
gar nicht mehr will

Tun

Was tun in einer Welt 
in der vieles im Argen ist
Wo manche Dinge sich entwickeln
wie es nicht sein sollte
und uns die Probleme über den Kopf wachsen
wie fast jeder weiß

Was also tun
wenn man denn etwas tun will
aber unsicher ist was
Warum nicht selbst die Veränderung sein
die man sich wünscht für diese Welt

So zu sein wie man es für richtig hält
und auch dazu zu stehen
Selbst das zu tun
was man von den anderen erwartet

Die positiven Kräfte zu erkennen
die doch in uns allen sind
sie zu unterstützen und zu stärken
Mit immer einer möglichen Zukunft vor Augen
und einfach selbst damit zu beginnen
wie es viele bereits tun

Und dabei den Menschen, unserer Erde, der Welt
mit aller Liebe zu begegnen
Denn allein nur die Liebe hat die Kraft
die Dinge zu einem bleibenden Guten zu wenden

Warten

Hin und wieder 
oder gar oft im Leben
ist es besser
bewusst und aufmerksam
zu warten.......

Bis der nächste Tag kommt
und die Wolken verzogen sind
Bis die Stimmung sich wieder aufhellt
und der Organismus wieder kräftiger wird

Bis die Nerven besänftigt sind
und die Gefühle sich gefasst haben
Bis man die Gedanken wieder geordnet hat
und das innere Pendel zum Stillstand kommt

Bis die vielen Fragen ganz verebben
und das Selbstvertrauen zurückkommt
Bis das Leben erneut Freude macht
und unser Herz wieder lächelt

Der Anfang

Jeder Moment der kommt
jeder neue Augenblick
ist wie ein Schnittpunkt
zwischen gestern und dem morgen

In dem wir entscheiden können
wie es weitergeht
Ob wir uns weiter
der Macht der Vergangenheit ergeben
oder doch etwas neues beginnen

Ob wir so bleiben wollen wie wir sind
so weitermachen wie bis bisher
oder doch etwas verändern

Jede Minute des Tages
kann auch ein Anfang sein
der richtige Zeitpunkt
für einen ersten Schritt

Es lohnt sich nicht
auf einen besseren zu warten
Und so bereits die Gegenwart
zu einer möglichen Zukunft zu machen

Kinder

Es ist die Energie, 
das Strahlen und der Elan
Es ist die Lernwilligkeit,
die Positivität und die Begeisterung

Es ist die totale Offenheit
und die Ehrlichkeit
Es ist die innere Schönheit
das nicht böse sein
und vor allem die große Freude

Es ist das was ich sehe
in all den Kinderaugen
die mir unterwegs begegnen
und in die ich stets gerne blicke

Weil ich weiß
daß sie mir immer
den Tag verschönern
ganz egal wie er begonnen hat

Schule

Was, wenn das Leben eine Schule wäre 
Mit Tests und Erprobungen
Tag für Tag
mit Beurteilungen, Noten
und mit Lehrern allerorts

Wer würde bestimmen
was am Lehrplan steht,
welche Herausforderungen
ein jeder hätte
und ob wir Fortschritte gemacht haben

Würden wir
unsere Lehrer auch wahrnehmen
die Prüfungen, die Aufgaben
die für jeden anders
Und würden wir
unser Vorankommen auch selbst erkennen

Wie wäre es
immer gefordert zu werden
auch ständig dazuzulernen über uns
die Menschen und die Welt
Und wie wäre es
wenn wir nie die Freude
daran verlieren

Meinungen

Betrachte die Welt einmal
mit den Augen der anderen
Ihren Meinungen, Überzeugungen
und Standpunkten
Versuch es zumindest

Und du wirst vielleicht sehen
daß sie oft nicht gar so weit
von dir entfernt sind

Danken

Wir leben 
Aber können wir auch danke sagen
für das was wir haben
Und wenn es nur die Gesundheit ist
ein Leben ohne Katastrophen
womöglich Zufriedenheit oder auch Liebe

Wir könnten es natürlich
tun es aber im allgemeinen nicht
Wir danken jedem Kellner
der uns gut bedient
aber nie dem Leben
Egal an wem oder was
man dabei denkt

Zu danken, egal in welcher Form
bedeutet seine Kostbarkeit
erkannt zu haben,
es zu schätzen
und auch danach zu handeln

Vom Laufen

Ich sehe sie jedes mal
wenn ich laufen gehe
in der Hauptallee oder im Wienerwald
Viele Menschen jeden Alters
die so wie ich Sport betreiben
und fühle mich in ihrer Gesellschaft
sehr, sehr wohl

Weil sie Gleichgesinnte sind
in der Art sich selbst zu fordern
in den Körper hineinzuhören
und sich beim Training Ziele zu setzen
die man auch erreichen kann
Natürlich mit etwas Mühe, was sonst

Wir wissen alle
wie beschwerlich es oft sein kann
regelmäßig eine Leistung zu bringen
Und wieviele Täler es da gibt
die man überwinden muss

Aber auch welches Wohlbefinden
welche Zufriedenheit diese Bewegung
im Grünen, in frischer Luft
uns doch geben kann
Das Schwitzen sich eben bezahlt macht
wenn man es nicht übertreibt

Wir grüßen uns oft
im Vorbeilaufen mit einem Lächeln
das mir sehr viel gibt
Weil es mir zeigt
daß wir uns verstanden haben

Lügen

Deine Lippen lügen mich an, 
ich weiß daß sie das tun
und deine Augen
liefern die Blicke dazu

Ich dreh mich um,
und schau dich nicht an
weil ich dich so
nicht mehr sehen will

Aber meine Ohren
müssen weiter, immer weiter
all das anhören
was du dir aus den Fingern saugst

Und mein Herz
mein ach so gequältes Herz
fragt mich leise, ganz leise
was ich dann eigentlich nur
von dir halten soll

Das Wunder

Heute schon ein Wunder gesehen
ein kleines oder ein großes
Etwas das dich staunen lässt
und von dem du freudig überrascht bist
weil es dir eigentlich jetzt erst auffällt

Oft und oft schon vorübergegangen
in aller Hast und Eile
die aus dem Dasein ein Rennen macht
Aber heute war es anders
Du hast hingesehen etwas aufmerksamer
hast eine Weile angehalten
um es genauer zu betrachten

Und fragst dich jetzt
wie du es bisher übersehen konntest
in all seiner Schönheit
Du stehst lange da und denkst daran
wieviele dieser Wunder
noch auf dich warten könnten
wenn du dir nur die Zeit dafür nimmst

Schenken

Schenke deinem Gegenüber
den Glanz deiner Augen
Gib ihm stumm zu verstehen
mit deinem ganzen Wesen
wie wichtig er für dich ist

Und wie es dich freut
daß er da ist

Wahrheit

Nur ein paar Tropfen Wahrheit 
im schier endlosen Meer der Worte
Ein kurzer Satz der aufhorchen lässt
ein Zitat vielleicht
das uns zum Nachdenken bringt
Mehr braucht es oft nicht

Von großen Menschen ausgesprochen
aus welcher Zeit auch immer
und quer durch alle Kulturen

Erheben sich diese Worte
über die täglichen Beliebigkeiten
wie ein Gewürz, ja eine Essenz
die die Qualität hat
in Erinnerung zu bleiben

Sind sie doch fast wie eine Medizin
die uns Linderung verschafft
auf unserem Weg den wir gehen
Der manchmal, wir wissen es alle
durchaus auch
zu einer Suche werden kann

Und sie begleiten uns oft
ein ganzes Leben lang

Helden

Helden hat es immer gegeben 
unsere Geschichte ist voll davon
Waren sie doch bekannt
berühmt und bewundert

Und es gibt sie heute noch immer
stets präsent in allen Medien

Aber am beeindruckendsten
sind doch all die
die nicht auf sich zeigen
sich von großen Sprüchen fernhalten
in aller Stille arbeiten
und in ihrem Tun viel bewirken

Und in meinen Augen
ebenso Helden sind

Ehrlich

Ist es nicht herrlich 
ehrlich sein zu können
und nichts verbergen zu müssen
in Gefühlen, Worten oder Tat

Und aus ganzen Herzen zu Sein

Mit vereinten Kräften

Wenn ich durch meinen Bezirk gehe 
dann meist mit einem Lächeln
Denn ich sehe hier das
was wir alle noch vor uns haben

Es ist das friedliche Zusammenleben
der verschiedensten Nationalitäten
Kulturen und Religionen
aus der ganzen Welt
das bei uns wirklich gut funktioniert

Ihr täglicher Umgang miteinander
und das stetig wachsende
gegenseitige Verständnis
Natürlich auch mit so manchen Problemen
die unvermeidbar sind
Das aber ist eine notwendige Arbeit
die alle machen

Wir sollten uns nämlich daran gewöhnen
miteinander zu reden aber auch zu handeln
mit vereinten Kräften quer über den Globus
Die jüngere Geschichte zeigt uns
daß wir das auch müssen

Denn sonst würde es schwerfallen
die allseits bekannten Herausforderungen
die wir weltweit haben, anzugehen
Es ist einfach nicht vorstellbar

Wir hier in Wien, ja in ganz Europa,
leben jetzt im Kleinen das
was einmal unser aller Zukunft sein wird
Es liegt nur an den Menschen
wie lange es braucht

Und ich für mich
erlaube mir heute schon
mit stiller Vorfreude
davon zu träumen

Die Blume

Wenn die Blume erblüht 
und zur Sonne sich reckt
zeigt sie uns den schönsten Teil
ihre Seele

Und erfreut uns dabei immer wieder
ohne einen Dank dafür zu verlangen

Ich frage mich oft
was uns daran hindert
es ihr gleich zu tun

Im Augenblick

Ganz im Moment 
in dem einen Augenblick der ist
Der alle anderen abgelöst hat
und sich weigern wird
jemals noch einmal wiederzukommen

Der sich immer wieder aufs neue offenbart
im Hier und Jetzt das kein Ende kennt
Und uns leise, kaum merkbar zuflüstert
doch offen zu sein, aufmerksam
und wach mit allen Sinnen

Um dann, ja dann
langsam, ganz langsam
in den nächsten hinüberzugleiten

Schritte

Dem Dasein ein Bein stellen 
das würden viele gern
Einfach mal den Fuß stehenlassen
so daß der tägliche Trott
darüber stolpert

Ihn zu Fall zu bringen
wenigstens einmal
und herzlich darüber zu lachen

Es mal ohne ihn versuchen
ohne der einschläfernden Versicherung
der immer gleichen Tätigkeiten
die wir fast schon automatisch
wie in tiefer Trance erledigen

Einmal auszusteigen aus diesem Zug
um etwas anderes zu machen
Etwas was wir schon lange tun wollten
oder etwas Neues probieren
um zu sehen wie es auf uns wirkt

Oder mit Dingen beschäftigen
die wir bisher nicht beachtet haben
Es gibt viele Möglichkeiten
einen derartigen Aufenthalt zu nutzen

Und sei es auch nur aufzupassen
wohin uns unsere nächsten Schritte führen

Lächeln

Versuchs doch einmal 
mit einem Lächeln......

Wenn dir etwas misslingt
mit der Freude darauf
es besser zu machen
beim nächsten mal

Wenn Leute mit denen du sprichst
nicht deiner Meinung sind
und du dir vornimmst
auch über die ihre nachzudenken

Wenn du am morgen
so gar nicht aufstehen willst
Du aber musst und nachdenkst
wie du dich motivieren könntest

Wenn sich jemand vor dich drängt
weil er partout nicht warten kann
und du plötzlich entdeckst
wieviel Zeit du doch hast

Wenn dir jemand begegnet
gleich ob bekannt oder nicht
mit dem stillen Warten darauf
ob er dein Lächeln auch erwidert wird

Wenn du draußen bist
in der freien Natur
Weil du die Weisheit erkennst
und die große Schönheit
die hier in allem am Werke ist

Und schließlich lächle
wenn du dich
in den Spiegel schaust
Weil du nicht nach Fehlern suchst
dich akzeptierst wie du bist
und zufrieden und dankbar
wie gut es dir eigentlich geht

Alltag

Morgens früh auf
waschen, frühstücken, anziehen
und eilends ins Büro
Jeden Tag

Dann die Arbeit
mit all ihren Widrigkeiten
die oft nerven
und auch ermüdend sind

Später der übliche Alltag
mit der Familie
mit Freunden und Bekannten
oft schön, oft nicht

Einkäufe, Erledigungen
Rennereien auf diverse Ämter
fruchtlose Telefonate
die kein Ende nehmen
und hängen in der Warteschleife

Zuhauf Probleme
die man zu lösen hat
ein täglicher Trott
der einfach nicht aufhören will

Schon lange dachte er sich
und das immer öfter
hat das denn kein Ende
Wie halte ich das nur durch
wie mach ich das nur

Aber dann, eines morgens in der U- Bahn
sah er sich um, etwas genauer
Und war doch tatsächlich
von lauter Menschen umringt
die ganz offensichtlich
alle dasselbe wie er machten

Schauen

Ich schaue gerne den Menschen zu 
Vor allem im Fernsehen
bei den vielen Dokumentationen
aus der ganzen Welt
Weil ich sie auch liebe

Da sind zuallererst die Kinder
mit ihrer unschuldigen, ehrlichen Art
mit fröhlichen Gesichtern und Augen
die fast immer strahlen
und mein Herz erwärmen

Da sind die Jugendlichen
mit ihren ersten Schritten
ins Erwachsensein
Die vieles versuchen, ausprobieren
und dabei auch ihre Fehler machen
aber mit ihrer unbändigen Energie
immer weiter stürmen

Da sind diejenigen
von denen ich mir oft abschaue
wie sie sich bewegen
und mit Sport trainieren
Wie sie ihre Probleme lösen
im Stress Ruhe bewahren
und wie sie ihrer Arbeit nachgehen

Aber auch wie sie sich freuen
miteinander Spass haben
und sich unterhalten, egal wo
Wie sie Rücksicht aufeinander nehmen
sich gegenseitig respektieren
und ja auch das
mit welcher Liebe
sie miteinander umgehen

Seit ich das tue
erachte ich mich
als nicht mehr ganz so wichtig
Weil man einfach sieht
wie es die anderen machen
und dabei sehr viel lernen kann

Begierden

Betrachte doch einmal genau
die Objekte deiner Begierden
die um dich tanzen ohne Unterlass

Und sei dir sicher
dass sie es solange tun werden
bis du aufhörst hinzusehen
und dich anderem zuwendest

Ein Streit

Man sollte sich das ausmachen 
es ist besser so
Denn sonst könnte es
wie viele wissen,
beleidigend, verletzend
ja leidvoll werden
Oder gar
zum totalen Zerwürfnis kommen

Ein Streit
ganz egal über was
muss das nicht sein

Wenn man sich nämlich vorher überlegt
um was es eigentlich geht,
und was alles nicht dazu gehört
Auch wo, das ist das wichtige
die Grenzen liegen
die man, wenns irgendwie geht
nicht überschreiten sollte

Mit einigen guten Willen
wird man dann nach dieser Vorbesprechung
vielleicht ganz auf ihn verzichten können

Der Elfenbeinturm

Was erzählst du mir denn da 
und vor allem wie
Egal was du alles weißt
und alles studiert hast
Ich verstehe dich nicht

Komm doch bitte runter
von deinem Elfenbeinturm
auf den ich dir nicht folgen kann
Bin ich doch nur ein normaler Mensch
mit nicht viel mehr
als meinem Hausverstand

Es interessiert mich wirklich
so glaube mir
Aber ich finde du könntest mir
etwas entgegenkommen
Und dein Wissen, deine Weisheit
in einfache Worte fassen
die auch ich verstehen kann

Langeweile

Wenn wir Langeweile haben 
haben wir eine lange Weile
Die aber per se keinen Namen hat

Natürlich kann man dann
ganz nervös damit beginnen
sie mit Aktivität zu füllen
nur um ihr zu entgehen

Man kann sich aber auf sie einlassen
sich Zeit nehmen für eine lange Weile
und vielleicht bewusst darauf achten
ob sie uns etwas über uns erzählt

Anhalten

Halte einmal an, wann immer du willst
oder daran denkst und frage dich
„ Was erlebe ich jetzt „
Will ich das überhaupt
bin ich damit zufrieden
und was würde ich lieber tun
was daran ändern

Und was müsste ich tun
daß es dann auch so wird

Gehen

Jederzeit gehen zu können
jeden Tag, jede Stunde die kommt
ohne offene Rechnungen
gleich welcher Art

Keine Dinge
die noch gesagt werden müssen
keine Verabschiedungen nötig
alles besprochen

Und die sichere Gewissheit
aber auch gar nichts versäumt zu haben

Immer wieder

Es gibt Leute 
an die wir uns gewöhnt haben
ohne groß darüber nachzudenken
Weil sie uns immer wieder begegnen

Die Nachbarn die wir kurz grüßen
die immer selben Bekannten im Stammlokal
die nette Kassierin im Supermarkt
der Arzt den wir bei Krankheit aufsuchen
der Priester der Sonntags die Messe liest
die verlässliche Kellnerin im Cafe
aber auch der stets freundliche Trafikant

Sie alle stehen ihren Mann und ihre Frau
ohne daß es uns wirklich auffällt
Diese Menschen bemerken wir oft
so richtig erst dann
wenn sie uns eines Tages fehlen

Und es sollte nicht so sein
daß wir erst dann erkennen
was sie uns bedeutet haben

Herzenssprache

Es gibt für uns Menschen 
auch die Sprache unserer Herzen
Wo es nur weniger Worte bedarf
die man nicht einmal verstehen muss

Die aber überall verstanden wird
wo auch immer wir hinkommen
in unserer Welt

Verzeihen

Kein Streit, keine Auseinandersetzung
oder entstehendes Zerwürfnis ist es wert
dass wir in der momentanen Erregung
alle Kontrolle über uns verlieren

Bis es absolut unmöglich wird
noch weiter zu reden und wir den anderen
gar nicht mehr sehen wollen
Der früher freundschaftliche Kontakt
schließlich ganz abbricht
Wie leid tut uns das doch oft
wenn wir an vergangene schöne Zeiten denken

Nein, man dürfte es nie soweit kommen lassen
und sich den letzten Rest an Sympathie noch behalten
Beide Seiten sollten immer bereit
für eine Verständigung sein
Wieviele würden das gerne,
nach einem derartigen Disput,
haben aber Bedenken vor dem ersten Schritt

Zu einem Neubeginn, einem Hände reichen
und zu einem Verzeihen das auch ehrlich gemeint ist

Denn das macht uns Menschen doch aus
daß wir uns auch in schwierigen Zeiten
dem anderen nie ganz verschließen

Wenn unten

Wenn unten oder zu Tode betrübt
halte kurz mal inne
und erinnere dich daran
wieviele Probleme du schon gelöst hast
Und was du alles vollbracht

Verlasse dich dann ganz auf dich
daß du wieder alles meistern wirst
was deines Weges kommen mag