Erfahrungen – Gedichte

Licht

Gib dein Licht allen
ohne zu zweifeln
sende aus deine Liebe
wo immer du bist

Und lasse dabei niemanden aus
Die Menschen die du liebst
aber auch die, die nicht
die, die deiner Meinung sind
und auch die, die nicht
die, die dir zulächeln
und auch die, die nicht

Mache dich so zu einem aktiven Teil
der Welt, des Universums
einem Teil der handelt
Anstatt nur passiv zuzuschauen
dich zu wundern oder zu ärgern
warum die Dinge eben so sind
und nicht ganz anders

Strahle sie an wie die Sonne
ohne Fragen, Unterschied oder Vorurteil
Überwinde die Grenzen
die du dir selbst gebaut
mit den Ziegeln deiner Meinungen
und denen der anderen

Öffne dich für alles
was deines Weges kommt
sei es gut oder schlecht
und für alle, die dir begegnen
sei es Freund oder Fremder

Und spüre dann
wie deine Liebe zu wachsen beginnt
nicht mehr fragt, zweifelt oder zögert
und vor niemanden mehr halt macht

Und wie dein Wesen immer sicherer wird
das richtige zu tun


Wechsel

Streife es ab 
das Kostüm deiner Gedanken
das dir nicht mehr passt
und drückt
wie ein schlecht sitzendes altes Kleid

Nimm ein Bad
im Fluss der Zeit
und wasche dir ab
den Staub des Zweifels
auf deiner Haut

Du bist ein wenig vom Weg
abgekommen, vom richtigen
so fühlst du es zumindest
und bist traurig darüber

Halte ein wenig an
und betrachte in Ruhe,
in der Stille und ohne Lüge
die Etappen die dich
bis hierher geführt haben

Schneidere dir ein neues Gewand
aus anderen Gedanken und Gefühlen
ein Gewand
das du nicht mehr spürst
weil es zu dir passt

Spanne an deine welken Muskeln,
die steifen Glieder
und richte den Blick auf den Weg
der vor dir liegt

Vermeide es
auf das Ziel zu schauen
Denke nur daran was du heute
oder vielleicht morgenzu tun hast
Nicht mehr und nicht weniger

Kräftige dich
an der Richtigkeit deines Tuns
deiner Gefühle, deines Seins
wohin es dich auch führen mag

Nimm alles mit auf diese Reise
und vergiss dabei nichts
Deine Pläne, deine Träume
deine Überzeugungen
mögen sie sich auch manchmal ändern

Deine Ausdauer, deinen Fleiß
deinen Willen zu arbeiten
aber auch
deine Fähigkeit zur Freude
und sei es nur die
an der Freude der anderen

Und das Wichtigste
nimm auch dein Herz mit
Diesen Haltepunkt
deines inneren Pendels, das dir
immer die Wahrheit sagen wird

Das Auge

Vom Chaos nichts zu sehen
alles reine Harmonie
Wohin ich auch blicke
sehe ich Natur in reiner Schönheit
in dem allgewaltigen Spiel
das sich Dasein nennt

Das Werden und Vergehen
die Existenz an sich
das Leben
ein Tanz, der keinen Anfang
und auch kein Ende hat

Wild, berauschend, betörend
schrecklich, grausam
und doch unsagbar schön
Ein Akt der Liebe
jeder Atemzug, jeder Schritt
jede Geburt, und jeder Tod

In der Summe dieser Bewegung
ist nichts
Im Inneren des Zyklons
ist das Auge in dem nichts geschieht

Außer du tust es


Warten

Wenn der Wille müde 
der Fleiß erschöpft
die Glieder ermattet
kommt die Geduld ins Spiel
und das loslassen

Oft auch nur das Warten
auf den nächsten Tag

Fest und Leicht

Fest und leicht zu sein
im ganzen Wesen
in Gefühlen und Gedanken
bei allem was man tut

Fest in den Entschlüssen
mit starkem Willen
seine Vorhaben auch durchzuführen

Leicht im Umgang mit Menschen
Sie so zu nehmen, wie sie sind
und ihnen auch zuzuhören

Fest in seinen Überzeugungen
die man für richtig hält
Und leicht im aufgeben eben dieser
wenn man zu einer anderen kommt

Fest im Leben seinen Mann zu stehen
und leicht darauf verzichten zu können
wenn man einmal
nicht mehr gebraucht wird

Fest in der Liebe, in der Freundschaft
und gleichzeitig
so leicht wie möglich
um gerade diese
nicht zu überfordern

Fest in der Disziplin
die man sich auferlegt
und leicht in der großen Gelassenheit
auch einmal
eine kleine Pause zu verdienen

Immer weiter zu gehen
mit festen Schritten
egal wo sie hinführen
Mit festen bestimmten Wesen
aber auch einer Leichtigkeit im Herzen
die auch loslassen kann

Wunden

Öffne deine alten Wunden
die schon lange geheilt
und doch noch immer schmerzen
Verarzte sie erneut
mit deiner Erfahrung, deiner Weisheit
aber auch dem Verzeihen

Und nicht zuletzt
mit einem dicken Verband
der aus der Zeit gewoben wird

Nichts mehr

Nichts mehr wollen
weil der Wille ganz in der Mitte steht
Nichts mehr fragen
da doch die wichtigsten Antworten schon da sind

Nichts mehr nachdenken
da es sich wirklich nicht mehr lohnt
Nichts mehr ablehnen
da ja doch alle und alles dazugehören

Kein Kampf mehr
da es sicher auch anders geht
Keine Eile mehr
da das Leben auch mal warten kann

Keine Wünsche mehr
da sie doch alle auf eine Art erfüllt sind
Keine Angst mehr
da sie uns doch nur lähmt

Keine Zweifel mehr
da die Augen beständig auf den Weg gerichtet sind
Und vor allem keine Sorgen mehr
da das morgen
ja doch immer so weit weit weg ist

Zu Hause

Ich bin nicht allein
wenn ich zu Hause bin
oh nein beileibe nicht

Gibt es doch viele Bilder
Fotos, Skulpturen und Masken,
einige von mir selbst gefertigt,
die mir Gesellschaft leisten

Sie alle haben irgendwie
mit meinem Leben zu tun
und begleiten mich schon
sehr, sehr lange

Ich betrachte sie immer gerne
und nicht selten
habe ich dabei das Gefühl
daß sie sich verändern
je nachdem in welcher Stimmung ich bin
Daß sie mich ansehen
mich etwas fragen
oder mir etwas sagen wollen

Und ja das auch
Daß sie mir in schweren Zeiten
immer Halt geben
ganz besonders die
die ich selbst gemacht habe

Ehrlichkeit

Die Ehrlichkeit anderen gegenüber 
ist eine Haltung
die klar, rein und unbestechlich ist
Und so gar keine Mühe macht
wenn man auch ehrlich
zu sich selber ist

Während die Lüge
meist mit großem Aufwand
immer weiter macht
bis sie ihre Geschichten
auch selber glaubt
Und schließlich eines Tages
in ihrem eigenen Meer untergeht

Passen wir also gut auf
auf unser Schiff
während dieser langen Reise
Wir die wir seine Kapitäne sind
entscheiden nämlich selbst
wohin es steuert, aber auch
was wir mitnehmen wollen

Wollen wir wirklich zusehen
wie uns eine Lebenslüge
das Steuer ganz aus der Hand nimmt

Oder doch einen fruchtbaren Werdegang
mit einem ehrlichen Lebensweg
und schönen Erinnerungen

Bis wir dann auch in aller Ruhe
in den Hafen einlaufen können

Geduld

Sich um etwas bemühen 
mit Geduld, Ausdauer
und Standhaftigkeit
Nicht aufzugeben
wie lange es auch dauern mag
ist eine der wertvollsten Erfahrungen
die die Lebensschule für uns bereit hält

Sie lässt jedes Ergebnis
egal was es sei
zu einer blassen Nebensache verkommen

Der Kraftpunkt

Irgendwo im Universum
im Leben im Sein
der Weg das Ziel
eine Reise die nie endet

Ein Kontinuum das fasziniert
der Wunsch danach
mit Fantasien in die Luft geschrieben
die Realität mit Steinen gepflastert

Die Füße am Boden
jetzt auf der Erde
aber den Kopf im Himmel
ein Feuer das immer brennt

Der den du im Spiegel siehst
im hier und jetzt
ist ein Kraftpunkt, der alles
aber auch alles in sich vereinigt
was einmal gewesen
und jemals sein wird

Mühlstein

Betrachte den Mühlstein
deiner schlechten Erinnerungen
mit liebenden Augen
Bring ihn zum glänzen
und vergolde ihn mit einem Lächeln
das aus ganzen Herzen kommt

Selbstbeherrschung

Was habe ich nicht alles versucht 
keine Gefühle mehr zu haben
Bei vielen Krisen und Katastrophen
die das Leben nun mal bringen kann
Und all dem
was mir die Frauen angetan

Doch dann endlich, nach vielen Jahren
ging ich daran das Ganze,
also mich selbst,
so weit wie möglich zu beherrschen
Um mich diesen
immer wechselnden Emotionen
nicht ganz auszuliefern

Und beobachtete mich
so gut es eben ging
aus der imaginären Position
eines ganz neutralen
eines fremden Zusehers
Ich hatte darüber gelesen

Und heute nach einiger Arbeit
kann ich mir sicher sein
zugegeben nicht jedes mal
daß mir dieser Zuseher einfällt

Und ich in Krisenzeiten
seinen Platz einnehme
mich beruhige und dann handle
wie ich es schon immer tun wollte

Samen

Erinnerst du dich der Samen
die du gestern gesät
oder auch der Bäume
die du gepflanzt

Wachsen sie, gedeihen sie
tragen sie Früchte
Und kannst du denn auch
in ihrem Schatten ruhen

Die Stille

Es wird in der heutigen Zeit 
schon viel geredet
über den inneren Frieden
und die große Ruhe
die er mit sich bringt

In intensiven Gesprächen
und vielgelesenen Büchern
mit genauen Anweisungen

Wie lange wird sie wohl
für jeden dauern
diese Reise ins eigene Selbst
Bis er anfängt die Stille zu finden
die doch auch in ihm ist

Und die heilende Kraft
die dem Schweigen gehört

Liebe und Hass

Der Hass 
hat zweifelsohne seine Energie
Das weiß jeder der ihn hegt
und davon unmerklich, langsam
ganz langsam aufgefressen wird

Die Liebe
hingegen hat große Kraft
Das wissen alle die in ihr verbleiben
sie Tag für Tag auch weitergeben
und in ihrem Geben
immer weiter wachsen

Vom Wollen zur Tat

Was ist es was du willst 
Was war es denn
Geahnt, gefühlt, gewusst
und ganz überzeugt davon
Sicher oft, sehr oft sogar

Und dann doch wieder
auf den Pfaden des Zweifels
des Haders und der Unsicherheit
Die Arme kraftlos
die Schritte ein Taumeln
und die Gedanken in einem Tunnel
der das Licht absorbiert

Die kurze Klarheit
die so schwer erarbeitet, vorbei
Die Antworten die kommen
ein einziges Ratespiel
Das Leben
ein dauerndes wieso und warum

Ein stetiges Wechselbad
von erklärtem Willen
oft präzise gefolgt vom Unvermögen
ihn auch aktiv umzusetzen

Du weißt was hier fehlt
du weißt es genau
Ist es doch der Hauptpunkt
um den deine Gedanken
so beständig kreisen

Es ist der magische Moment
wo der Wille auch zur Tat wird
dem doch soviel Kraft innewohnt
Wo dein Tun, was immer es auch sei
die Fragen zum verstummen bringt
und du dich von ihnen befreist

Um mit deinem ganzen Wesen
im entschiedenen Handeln
dir selbst die Antwort zu geben

Routine

Die tägliche Routine 
zu einem Abenteuer zu machen
das wäre doch was

Das was wir immer tun
ohne groß darüber nachzudenken
das uns oft auch nur nervt
wie eine Zeremonie zu begehen
Mit dem Pathos eines Rituals
von allergrößter Wichtigkeit

Vielleicht entdecken wir dann auch
neue Seiten daran, die uns bisher verborgen
weil wir mit den Gedanken
eigentlich ganz wo anders waren
Ja und vielleicht auch die Freude daran

Eigenschaften

Die Ausdauer, die Standhaftigkeit
haben oft das Problem
auf schlechten Grund zu stehen
zu fallen, ja ganz zu verschwinden

Sie brauchen beide
ein gutes Fundament
mit dem es sich auch planen lässt

Sie haben es nicht gerne
herzitiert zu werden, da zu sein
und nach ein paar Wochen, Tagen
gar nicht mehr gebraucht zu werden

Nein, wenn man sie bemüht
sollte man es sich gut überlegen
mit wem man es da zu tun hat

Sie beide sind
Eigenschaften höchster Güte
und empfinden es als grobe Beleidigung
wenn man mit ihnen nur spielt

Aber wenn man einmal
ihre große Qualität erkannt hat,
das was sie einem alles geben können,
wenn man sie gut behandelt
und pflegt, dann bleiben sie bei uns
so lange wir es wollen

Der Preis

Kalkuliere den Preis
zu dem man dich kaufen könnte
Die Art der Zuwendungen,
Schmeicheleien und Reichtümer
bei denen du schwach würdest

Und was es denn benötigte
um dich, gegen alle Überzeugungen
dein ganzes Selbst verraten zu lassen

Wanderer

Erfahrene Wanderer 
vermeiden jeden unnötigen Ballast
und nehmen nur das mit
was sie auch brauchen

Es empfiehlt sich
im Leben genauso zu handeln

Und wann immer möglich
all das abzubauen
was uns belastet
oder hinderlich ist

Kriege

Ich bin in Kriegen nicht zu finden 
kämpfe auch keine Schlachten nie
Wüsste wirklich gar nicht gegen wen
da ich keine Feinde kenne
Kein einziger
als solcher auszumachen war

Hatte ich doch immer nur Freunde
mein ganzes langes Leben
und nur ganz wenig Streit
Weil mir einfach
der Sinn dafür fehlt

Ich achte und liebe
alle Lebewesen der Natur
und vor allem auch die Menschen
mit meinem ganzen Herzen

Und so wie ich das tue
kommt es auch zu mir zurück

Dein Weg

Ist es dein Wille dem du folgst
oder der der anderen
Ist es deine Überzeugung, die dich lenkt
oder die der anderen

Sind die Gedanken in deinem Kopf
von dir oder sonst woher
Sind die Schritte die du tust
von dir auch so gewollt

Und ist der Weg den du gehst
auch der deine
Oder folgst du ihm nur
weil er gerade da ist

Unsere Sprache

Unsere Sprache, 
die Worte die wir verwenden
verhalten sich zu uns
wie die Kleidung die wir anziehen
Je mehr sie zu uns passen,
zu dem was wir sagen wollen,
umso wohler fühlen wir uns

Sollte das einmal
nicht mehr der Fall sein
liegt es an uns zu ergründen
warum das so ist
Wenn wir nämlich wirklich ehrlich
auch zu uns selber sind
und dem was unser Innerstes ausmacht

Umso leichter, ja wie selbstverständlich
wird dann auch unsere Sprache sein

Und wir werden fühlen daß es so ist

Zeitzeugen

Ich betrachte alles 
was sich in meiner Wohnung befindet
als liebens- und achtenswert
Ob es jetzt die Möbel, die Haushaltsgeräte
die Dinge des täglichen Bedarfs
meine vielen Bücher
all das gesammelte in den Regalen
aber auch die Bilder an der Wand sind

Sie werden von mir als Mitstreiter behandelt
die zu mir gefunden haben
und ein Stück meines Weges mit mir gehen
Als Zeitzeugen
die schon einiges miterlebt haben

Ich gebe ihnen meine Liebe in der Art
wie ich sie verwende, sie ansehe
und mit ihnen umgehe
Und spüre ganz deutlich
wie diese Liebe auch zurückkommt

Und weil ich mich hier
nur von Freunden umgeben fühle
ist meine Wohnung für mich immer
ein behaglicher Ort
der Freude und der Liebe

Erfahrungen

Erfahrungen zu machen ist wichtig 
sind sie doch das um und auf im Leben
Es kommt aber auch darauf an
wie wir dazu stehen

Sowohl im Augenblick wenn wir sie erleben
aber auch danach in der Erinnerung
wenn wir etwas Abstand haben
und in Ruhe darüber nachdenken können

Es ist allgemein bekannt
daß es gilt das beste daraus zu machen
Und ebenso das positive zu sehen
das wir im Moment
vielleicht nicht erkennen können

Am besten wäre doch sicherlich
in jeder unangenehmen Situation
so neutral, so offen
so abwartend wie möglich zu bleiben
und sich mit Gefühlen und Worten
ein wenig zurückzuhalten

Um dann so zu agieren
wie wir es in späteren Zeiten
gerne in bleibender, guter Erinnerung
behalten wollen

Worte

Worte sind etwas ganz besonderes 
Sie sind fast wie Wesen
die ihre Eigenschaften haben
Man könnte sagen Persönlichkeiten
mit Charakter, Kraft und Magie

Sie wollen daß man sie ernst nimmt
und über ihre Bedeutung nachdenkt
Sie mögen es nicht
an unseren Ohren zu verhungern
oder nutzlos im Kopf herumzugeistern
Nein, sie möchten uns auch erreichen
dort wo wir Mensch sind

Und man sollte sich ihrer nur bedienen
wenn man auch dazu stehen kann
nicht nur im Moment, nein auch morgen

Denn einmal ausgesprochen
gehen sie auf eine lange, lange Reise
Und kommen oft auch zu uns zurück

Heimat

Es gibt manchmal Zeiten 
da bekommen wir Sehnsucht
Aber wissen überhaupt nicht warum
und schon gar nicht wohin

Dann befällt uns Heimweh
weil wir uns selbst
ganz ferne fühlen

Und irgendwo, ganz leise
in unserem Innersten
ahnen wir dann auch
was allein unsere Heimat ist

Dürfen

Ersetze das Wort müssen
mit wollen oder dürfen
Und höre dann hin
welch süßer Klang das doch ist

Ziele

Verlange nicht zuviel von dir 
Berechne gut und überlege
was du auch bereit bist zu tun
Setze dir nur Ziele
die du auch erreichen kannst

Innehalten

Es gibt keinen Stillstand 
im Leben
da immer alles im Wandel ist
Weder im unendlichen Kosmos
noch hier auf der Erde

So auch bei den Menschen
mit ihren kleinen Mikrokosmen
die dauernd in Bewegung sind
Viele finden es auch ganz normal
immer aktiv zu sein

Aber es gibt für uns
auch ein Innehalten
Einen Wechsel der Position
vom rastlosen Tun
zum beschaulichen Loslassen
Einem genaueren Betrachten
und das in aller Ruhe

Einer möglichst neutralen
einer ehrlichen Beurteilung
von uns selbst
Den Vorgängen um uns
den Dingen die uns wichtig sind
aber auch
den Entwicklungen in der Welt

Wie lange man sich dafür Zeit nimmt
das bleibt jedem selbst überlassen

Sommerabend

Ein lauer Sommerabend 
ein Gastgarten und ein Bier
Ich sinne vor mich hin
beobachte meine Gedanken
und weiß gar nicht
wie lange schon

Bemerke aber dann irgendwie
daß keine mehr kommen
Nicht ein einziger
der erkennbar wäre

Daß sie alle verebbt sind
im endlosen Meer
das man Bewusstsein nennt

Und es gelingt mir einfach nicht
zu fragen warum
Für eine lange, lange Weile

Verstehen

Du kennst doch sicher das Gefühl
etwas zu lesen oder zu hören
und nicht zu verstehen
Zerbrich dir nicht den Kopf
lass es einfach so stehen
und denk nicht mehr daran

Wenn du weitermachst
wirst du es einmal verstehen
Und wenn nicht macht es auch nichts

Das Problem

Man sollte sich schon klar sein
was man will
wenn ein Problem auftaucht
Egal wo, egal welches
und von wem auch immer verursacht

Will man dann den Unglücklichen
heruntermachen
wenn möglich vor allen Leuten
und sich lauthals beschweren

Oder doch lieber
die Sache sehen
Und mit ihm gemeinsam
nach einer Lösung suchen

Schatten

Meine Schatten 
folgen mir überall hin
so wie es meine Schwächen tun
verlässlich und immerzu
Bin ich es doch der ihnen davoneilt

Wenn ich im Hellen bleibe
dann bemerke ich sie auch
ihre Eigenschaften ihre Natur
Aber lieber ins wohlige Dunkel
so daß ich sie nicht mehr sehe

Kann ich ihnen denn auch
den Rücken kehren
so ohne weiteres
Oder sie mich gar verlassen
so ganz von alleine
ohne irgendetwas zu tun

Wie lange habe ich das gehofft
und gewartet viele Jahre lang
Aber jetzt und für heute
glaube ich nicht mehr daran

Dann besser ins Licht
so gut es geht
und so weit es mir möglich ist
Denn dann erkenne ich sie
so wie sie eben sind
und hoffentlich verstehe ich sie auch

Da fühle ich mich sicher nicht wohler
zumindest am Anfang
Aber weil ich sie jetzt genauer sehe
kann ich sie vielleicht dazu bringen
mich einmal ganz zu verlassen

Suchen

Gib doch 
das dauernde Suchen auf
und die ungestillte Sehnsucht
nach allem möglichen

Bleib einfach ruhig
für eine Weile
so gut du eben kannst
und schaue dir dabei zu
wie dich das Leben wiederfindet

Schweben

Sich fallenlassen können
kann durchaus auch heilsam sein
Ein gewisser Ausgleich
zum immer aufrecht bleiben
das wir uns ständig verordnen

Am besten schwer werden
und immer schwerer
bis man zu schweben beginnt

Vielleicht nicht körperlich
aber seelisch und geistig

Der Anker

Kennst du den Fall 
der nach dem Hochmut kommt
Die steilen, gefährlichen Klippen
des besser zu sein als die anderen
und immer auf sie herabzusehen

Gib acht auf dein Schiff
im wogenden Meer des Lebens
und wirf rechtzeitig den Anker
der sich Demut nennt

Der Garten

Fühlst du die Stille
in der alles ist
das stumme Schweigen in dir
die Stimme deines Selbst

Das erstaunte, verwunderte Kind
dessen Waffe das Lächeln ist
mit dem grünen Schild der Liebe
im Namen der Unschuld

Höre in diese Stille
die den Sturm der Gedanken dämpft
das schweigende Wort
das nie über die Lippen kommt

Wo jede Sprache versiegt
und jede Orientierung neu
dort beginnt der geheime Garten
mit deinem Haus inmitten