Welt und Natur – Gedichte
Die Blume
Sie steht da
und sieht uns an
mit einem Blick
der sich tief in unsere Seele senkt
Ob sie schön ist, diese Blume
ob sie uns erfreut
ob wir sie überhaupt bemerken
das liegt an uns
Es sind unsere Augen
die Gefühle und Gedanken
unsere Offenheit
und unser Zugang zu ihr
die uns das sagen
Wir sind es
die aus ihr eine Schönheit machen
ein Wunder das wir auch sehen
Und wir sind es auch
die achtlos
an ihr vorübergehen
Gespräch
So weit ich auch denke bei Tag und bei Nacht
bewundert ich immer eure üppige Pracht
Und doch, bitte verzeiht das Gefühl
so oft ich euch lausche da denk ich an Spiel
an jauchzen und tanzen in Windes Stoß
an kommen und gehen aus Mutter Erde Schoß
An die Frühlingszeit in der alles erblüht
an der Sommerwonne sonniges Gemüt
an des Herbstes bunte Farbenpracht
an die erlösende Stille der Winternacht
Oft denk ich, ich muss es gestehen
ihr wisst doch viel mehr vom Werden und Vergehen
Ihr erfreut uns täglich mit Duft und Gesang
und das für immer auch ohne unseren Dank
Ihr stellt es uns frei was wir in euch sehen
ob wir euch betrachten oder vorübergehen
ob der eine das Wunder in euch erkennt
oder ein anderer euch Abfall nennt
Ihr genügt euch selbst rankt zur Sonne empor
und haltet uns doch einen Spiegel vor
Ich bekenne es offen ich verstehe euch nicht
und doch sagt ihr mir Alles ihr Tänzer zum Licht
Der Wächter
Vor meinem Fenster
steht ein Wächter
Groß, stark, gut gewachsen
seine Gestalt voller Schönheit
und stiller Eleganz
Wann immer sich unsere Blicke treffen
kehrt Ruhe in mir ein
und seine Harmonie überträgt sich auf mich
Wenn er mich ansieht
wie ein guter alter Freund
ist mein Vertrauen grenzenlos
Manchmal schaue ich fragend auf
und weiß
dass die Antworten kommen
wenn auch nicht gleich und sofort
Dass mein Organismus sie registriert
irgendwo in meinem Inneren
auch wenn ich sie nicht verstehe
Was habe ich nicht alles erfahren von ihm
in der langen Zeit unserer Verbindung
die ausnahmslos schön war
fest, ehrlich und ohne Lüge
Er wächst und bedeutet mir leise
es ihm gleich zu tun
Mit seinem Beispiel zeigt er mir
den Stürmen zu trotzen
die das Leben so bringt
Er vermittelt mir eine Art von Liebe
die nicht fordernd ist
Eine Art sich mitzuteilen
ohne laut zu sein
Eine Art andere zu erfreuen
auch ohne große Gebärde
nur mit seiner Anwesenheit
Er ist ein Teil dieser Erde
einer ihrer schönsten
in all seiner Pracht
Und ich gebe ihm meine Liebe
die auch ihr so gebührt
und ihr doch vor allem
Und ich ahne tief in meinem Wesen
dass er sie spürt, diese Liebe
Vielleicht nicht ganz so
wie ich die seine erfahre
aber doch, auf sein ruhige und stille Weise
die ihm so eigen ist
Er hat keine Worte
dieser Baum vor meinem Fenster
und doch, und doch
hat er mir
in all den Jahren mehr gesagt
als andere in ganzen Büchern
Die Natur
Die Natur ist nicht dazu da
sich ihrer frei zu bedienen
mit all eurer grenzenlosen Gier
Sie unterliegt Gesetzen
und ihr tätet gut daran
auch nach diesen zu leben
Sonst könnte es sein
daß sie euch eines Tages
mit diesen Gesetzen bekanntmacht
Ein Stein
Was kannst du lernen
von einem Stein
Wie soll das gehen
wirst du fragen
zu lernen von einem
leblosen Ding wie einem Stein
Er stellt z.B. keine Fragen
er ist einfach da
Er denkt nicht nach
warum und wieso
und wie es vielleicht
einmal sein wird
Er ruht in sich
ganz in seinem Selbst
im hier und jetzt
Gestern, heute, morgen
und er weiß auch nicht
wie lange noch
Er wünscht sich nichts
er verlangt nach nichts
er träumt von nichts
und er kann von nichts
davon abgelenkt werden
Er ist nicht traurig
nur selten lustig
er ist in der Mitte
und bleibt immer gleich
Er kennt nicht den Krieg
den Neid, den Hass
aber von der Liebe
weiß er viel
Er spürt sich
ganz wie er ist
und ist zufrieden
in seinem Sein
Das, mein Freund
kannst du lernen
von einem Stein
Nimm einfach einen in die Hand
schau ihn dir an eine Weile
und warte
auf seine Geschichten
die er für dich hat
Vielleicht erzählt er sie ja nur dir
Der Adler
Fast jeden morgen sah er ihn
wenn er am Hochstand saß
Hoch oben am Himmel
seine Kreise ziehend
elegant und schwerelos
Wie er ihn immer bewunderte
diesen Adler
den König der Lüfte
und wie er sich sehnte
nach solch einer Freiheit
Aber dann eines Tages
begann er ihn zu hassen
weil er ihm jedes mal vorführte
wie unfrei er selbst doch war
Da griff er zum Gewehr
und machte Jagd auf ihn
Aber das war schwierig
denn der Adler war schlau
Und dann endlich
nach vielen Versuchen
erlegte er ihn
Und der Vogel fiel zu Boden
ward nicht mehr
Doch da erfasste ihn Reue
und große Traurigkeit
Denn was er sah
waren nur mehr
Haut, Federn und Knochen
Der ganze Zauber war verloren
Er würde ihn
nie mehr am Himmel sehen
in all seiner Herrlichkeit
Dieses wunderbare Geschöpf
das er einst so bewunderte
und das ihn zum Träumen brachte
Nie mehr wieder
würde er aufschauen
mit leuchtenden Augen
und sein Herz, seine Seele
mit diesem erhebenden Anblick
erfreuen können
Mädchen im Park
Kleines Mädchen im Park
pflückt Blumen in der Wiese
selbstvergessen
singend, tanzend mit fröhlichen Blick
Empfängt die Liebe von Mutter Natur
mit ihrem ganzen Wesen
und gibt sie auch
auf ihre unschuldige Art zurück
Fragen
Sie hängen an der Wand
in meinem Stammcafe
Viele, viele Bilder,
alle vom gleichen Künstler,
die alle verschiedene Tiere zeigen
Das besondere daran
sie schauen auf mich allesamt
oder sehen mich an
wie man will
Ich betrachte sie gerne
aber oft mit einem mulmigen Gefühl
Denn mir fallen dann immer
all die wunderbaren Geschöpfe ein
die wir doch auf der Erde haben
Und eine Ahnung beschleicht mich
daß diese Bilder mir Fragen stellen
Eindringliche Fragen
die fast zu hören sind
Auf die ich aber leider
keine Antwort habe
Der letzte Vogel
Er sitzt hoch oben am Baum
und singt seinen Gesang
so gut er das kann
Herrlich ist er anzusehen
in all seiner Pracht
und herrlich ist sein Gesang
den er intoniert
um ein Weibchen anzuziehen
So wie es Vögel eben tun
seit jeher und immer
Wie lange wird er singen
wie lange wird er alles was er hat
in diesen Paarungsgesang legen
Und wie lange wird es wohl dauern
wieviele Tage, vielleicht Wochen
bis er müde davon wird
und stumm am Baum sitzen bleibt
Und wer wird ihm dann sagen
daß es kein Weibchen
mehr gibt für ihn
Wer wird ihm sagen
daß er der Letzte ist
der absolut Letzte seiner Art
den es noch gibt
Möchtest du das sein
der ihm beibringt, daß seine Gattung
keine Lebensgrundlage mehr hat
kein Futter mehr findet
keinen Platz um Nester zu bauen
und schon gar nicht
um Junge aufzuziehen
Daß alle anderen ausgerottet sind
Und daß seine Species
wahrlich nicht die einzige ist
der es so geht in diesen Zeiten
Daß jede für sich
wieviele sind es denn
ernstlich davon bedroht ist
von der Erde zu verschwinden
und das für immer
Wird dieser Vogel dich verstehen
wenn du ihm sagst
daß das eben sein Schicksal ist
wird er, glaubst du, das einsehen
Er, der uns stets erfreut hat
einfach mit seiner Anwesenheit
und noch mehr mit seinem Gesang
ohne auch nur das geringste
dafür zu verlangen
Aber vielleicht, und das schon bald
nimmst du dir einmal die Zeit
all den anderen zuzuhören
die es Gott sei dank noch gibt
Und wartest darauf
ob sie dir erzählen
was wir Menschen
denn dazu tun tun könnten
daß sie alle eben nicht dasselbe Schicksal
wie unser Sänger erleiden
Denn, das sollte uns klar sein,
wenn wir einmal nichts mehr hören
wird es vielleicht zu spät sein
diesen wunderbaren Geschöpfen
die Liebe entgegenzubringen
die sie zwar nie von uns einfordern
das tut niemand in der Natur
aber die sie doch wahrlich verdient haben
Die Fliege
Ich habe sie
aus dem Wasserglas gefischt
diese Fliege
Sie auf dem Finger gehalten
und ihr lange zugesehen
wie sie sich getrocknet
und gründlich gereinigt hat
Immer mit Flugversuchen dazwischen
Nach einiger Zeit
es kam mir sehr lange vor
ist sie dann weggeflogen
Das ist schon einige Jahre her
gerade ist es mir wieder eingefallen
Aber seither
sehe ich Fliegen
mit anderen Augen an
Sprache
Glaube nicht
daß die Dinge stumm sind
so wie wir glauben
Die Steine, Pflanzen und Bäume
sie sprechen eine Sprache
die sehr sehr alt ist
Die wir auch verstehen können
wenn wir uns darauf einlassen
und Zeit dafür nehmen
Das schöne dabei ist
daß sie mit jedem anders reden
und ihre Geschichten uns anpassen
Es kommt nur darauf an
wie wir uns ihnen nähern
wie lange wir bleiben und auch
in welcher Stimmung wir sind
Denn der Baum, die Pflanze
sie spüren ob wir offen sind
für das was sie uns sagen wollen
oder ob wir gekommen sind
um ihnen von uns zu erzählen
Und da werden sie immer
geduldige Zuhörer sein
Herzgesang
Lausche den Wolken
wenn sie an dir vorüberziehen
und dem Rauschen der Bäume
die sich zu dir neigen
Und stimme mit ein
mit dem Gesang deines Herzens
Würde
Wann immer ich Tiere beobachte
viele im Fernsehen
viele in freier Natur
dann denke ich mir oft
welche Würde sie doch haben
Ein Meisenpaar
das seine Jungen füttert
mit unzähligen Flügen
die sich die beiden teilen
Solange bis sie flugfähig sind
um sie dann mit ermunternden Rufen
aus dem Nest zu locken
Eine Straußenhenne
die ihre Eier ausbrütet
und das sehr lange
Inmitten der offenen Ebene
ungeschützt, wo sie regelmäßig
sehr sorgfältig diese Eier sortiert
um allen die gleiche Wärme zu geben
Die Orang Utans im Dschungel
die Wale im Ozean
die Antilopen in der Savanne
aber auch die riesigen Krokodile
die ihre winzigen Nachkommen
vorsichtig im Maul transportieren
Bei allen sieht man
eine fast unglaubliche Zärtlichkeit
Und dann
wenn sie in Bewegung sind
Die Eleganz einer watschelnden Gans
trabende Pferde, stampfende Bisons
hüpfende Kängurus, kletternde Gemsen
oder das lautlose Gleiten der Fische
Ohne die Vögel zu vergessen
deren Flugkünste wir
wenn wir Glück haben
am Himmel bestaunen können
Sie alle haben für mich
eine große unerreichte Würde
die sich vielleicht nur dann erschließt
wenn man auch mit dem Herzen hinsieht
Wenn man das tut
dann begreift man sicher besser
in welch herrlicher Schöpfung
wir das Glück haben
leben zu dürfen
Überzeugung
Nicht wenige in unserem Land
sehen den großen Wohlstand
in dem sie leben können
als eine gewisse Verpflichtung an
Eine Verpflichtung
auch für die Menschen etwas zu tun
denen es viel schlechter geht
auf unserer Erde
Sie tun dies
aus innerster Überzeugung
Weil es eben ihre Art ist
Mitgefühl, Demut
und Liebe auch zu leben
Lärm
Welch großer Lärm
herrscht doch auf dieser Welt
Jede Sekunde, jeder Tag
ein Geschnatter, ein Geschrei
quer über den Globus
in einem endlosen Stakkato
das nie lauter war
Wieviel an Wissen
haben wir heute zur Verfügung
jede Sekunde etwas Neues
Wieviel der Worte, Gespräche, Diskussionen
in tausenden Medien, gleich welcher Art
werden von den Menschen
rund um die Welt geschickt
Wie in einer riesigen, sprechenden Wolke
die die gesamte Erde einhüllt
Diese Erde
die uns all das gibt
was wir zum Leben brauchen
Die unsere Heimat ist
und die wir doch lieben sollten
weil auch sie mit Liebe
verlässlich für uns sorgt
Und doch wäre es falsch
diesen Worten Einhalt zu gebieten
denn vielleicht ist es jetzt die Zeit
wo wir reden sollten
Über vieles das sich entwickelt
und auch aufgestaut
über die Jahrhunderte
Vielleicht verlangt
der Gang der Geschichte
dieses Überangebot an Information
quer über den Planeten
Vielleicht verlangt es danach
daß die verschiedenen Völker
sich jetzt verständigen
Und sich auch klar werden
daß man die anstehenden Probleme
die wahrlich global sind
nur einem gemeinsamen Schulterschluss
aller zusammen bewältigen kann
Und daß man auch handeln muss
Und darum achte
und liebe ich sie nach wie vor
einfach wie sie alle sind
trotz des momentanen Lärms
in unserer Heimat
Weil es schließlich
um das große Unternehmen geht
das die Menschheit doch ist
Und träume ganz für mich
von kommenden Zeiten
wann auch immer
in denen es wieder ruhiger wird
auf dieser unserer Erde
Der Erde danken
Die Menschen atmen die Luft
sie trinken das Wasser
und sie bepflanzen den Boden
bereits seit Jahrtausenden
Wer gibt uns all das
wer versorgt uns mit dem
was wir alle zum Leben brauchen
Pflanzen und Tiere nicht zu vergessen
Sind es wir in unserer Hochnäsigkeit
als höchstes Wesen
oder doch die gute alte Erde
Sie hat so viele von uns gesehen
und war stets verlässlich für alle da
Immer hochgeehrt von unseren Ahnen
wie man aus der Geschichte weiß
Und wie wäre es
wenn wir heute wieder
der Erde, die uns alle ernährt
eine Art von Dankbarkeit
zukommen lassen
Wie auch immer sie aussieht
Dieser wunderbaren Erde
die doch unsere Heimat ist
und auf der wir alle leben
Wachsen
In der Natur
ist das Wachsen und Werden
das Normalste das es gibt
Alltäglich irgendwie
und auch selbstverständlich
Bei den Pflanzen, den Tieren
aber auch bei uns Menschen
Alles ist anfangs klein
und wird dann größer
Wir nehmen das zur Kenntnis
und fragen nicht länger nach
Aber was braucht es dazu
bis in die kleinste Zelle
Und welche Vorgänge
müssen da ineinandergreifen
Das wissen allerhöchstens noch
ein paar Fachleute , wenn überhaupt
Egal ob bei Pflanze, Tier oder Mensch
Erst in der Literatur darüber
eröffnet sich für uns dann
die große Weisheit und Perfektion
die doch in allem steckt
Und darum ist das Wachsen
und das Werden eben nicht
so selbstverständlich
wie es uns scheint
Sonnenwende
22 Dezember
Ich denke heute schon an euch
in der kalten Finsternis
meine Ungeduld zu zähmen
es fällt mir schwer
An dich du Sonne
Bringerin des Lichts
wie du die Erde küsst
mit deinen dann kräftigen Strahlen
An dich du lauer Wind
einer Frühlingsnacht
der uns verheißungsvoll
schöne Zeiten verspricht
An euch ihr Vögel
mit eurem herrlichen Gesang
An ein reges Treiben
auf all den erwachenden Bäumen
die dazu einstimmen
und frische Knospen sprießen lassen
An euch ihr Blumen überall
wie ihr eure Hälse reckt
nicht mehr zu übersehen
Hervorgeholt
von der unbändigen Kraft des Lebens
Ein Aufgehen der Saat
die lange behütet in der Scholle
Weiß ich doch daß es dauert
und fühle fast wie ihr mir zuruft
„ Halte aus noch ein Weilchen“
Und wie ihr euch freut
auf ein Wiedersehen
zur gegebenen Zeit
Und darum ihr alle
denke ich heute schon an euch
Tränen
Ich bin ein Wassertropfen
nicht größer als eine eurer Tränen
fühle mich jung, immer wieder
wie neu erschaffen
und doch so uralt
Wie alt das weiß ich nicht
so oft ich auch gefragt habe
auf meinen langen Reisen
rund um die Welt
Die Quellen, die Flüsse, die Seen
den Regen, ja sogar die Wolken
Nicht einmal das Meer
der große, große Ozean
konnte mir das sagen, bis jetzt
Aber wir Tropfen wissen
daß wir schon vor euch da waren
Vor undenklichen Zeiten
die ihr mit euren Chroniken
gar nicht ermessen könnt
So man auch uns
nicht ganz berechnen kann
wie ihr das gerne tut
Soviel ihr auch über uns wisst
Und so alt wie wir alle sind
so weitgereist, immer wieder
so klein, so winzig und wandelbar
sind wir uns einig
daß wir alles sein wollen
Aber nur keine Tränen
Menschen
Es gibt welche
die in ihrer Freizeit für andere da sind
ehrenamtlich, ohne Lohn
Die sich dafür einsetzen
aus unserem Nebenher
ein Miteinander zu machen
Es gibt welche
die anderen Trost spenden
oder nur zuhören
sie in Krisen unterstützen
und nicht hängen lassen
Es gibt welche
die mit großen Einsatz
ihre Angehörigen pflegen
und das meist unbemerkt
von den anderen
Und es gibt welche
die soziale Arbeit annehmen
helfen, unterrichten, pflegen
und aktiv an Dingen arbeiten
um etwas Sinnvolles zu tun
Die den Weg der Liebe gehen
mit aufrichtigen Mitgefühl
für ihre Nächsten
Es gilt die Augen zu öffnen
hinzusehen, sie zu bemerken
ja sie zu achten, weil es
nicht selbstverständlich ist
was sie täglich leisten
Was wären wir ohne diese Menschen
was wäre unsere Gemeinschaft
ohne ihr aufopferndes Handeln
Es gilt auch
diese Kräfte zu stärken
die selbstlos der Menschheit dienen
oft ohne sich zu schonen
und sie wenn möglich zu unterstützen
Und es gilt auch
vielleicht ihrem Beispiel zu folgen
und selbst etwas zu tun
Für diese unsere Welt
in der wir alle leben
Die Geburt
Es gibt einen Vorgang
in der Tierwelt
der mir immer Respekt einflößt
so oft ich ihn sehe
Um nur das mindeste zu sagen
Es ist die Geburt neuen Lebens
draußen in der freier Natur
hundert, nein tausendfach jeden Tag
Wahrlich nichts besonderes
und doch stets ein Wunder
was sich da abspielt
vor unseren Augen
Ein Zebra, ein Gnu oder eine Antilope
kommt zur Welt
irgendwo in der Savanne
und verlässt den schützenden Mutterleib
nach langer Tragezeit
Dann beginnt etwas
wo man sehen kann
was das Leben zu leisten imstande ist
Das Junge versucht sofort,
gerade erst zwei Minuten da,
mit seinen wackeligen Beinen aufzustehen
Und das mit aller Kraft
zu der es überhaupt fähig ist
Es muss das tun
es geht nicht anders
es muss mit der Herde mitkönnen
und darf nicht zurückbleiben
Sonst wäre es leichte Beute
für die vielen Raubtiere
die da immer lauern
Unterstützt von der Mutter
die es bereits gereinigt hat
mit der Nase anstubst
und zum Aufstehen auffordert
kämpft es seinen schwersten Kampf
gleich am Anfang
seines noch kurzen Daseins
Man muss das einmal gesehen haben
und wird es dann, glaube ich
sicher nicht vergessen können
Das Aufbäumen dieses Wesens
das zähe Ringen
um überhaupt einmal
auf den eigenen Beinen zu stehen
und das zum ersten mal
Vielleicht wird man dann auch
so wie ich, von Ehrfurcht ergriffen
von diesem Schauspiel des Lebens
Und auch voller Bewunderung
für die vielen Wunder der Natur
die uns jeden Tag begegnen könnten
wenn wir nur etwas innehielten
und unsere Augen öffneten
Ja und vielleicht auch unsere Herzen
Lebewesen
Es gibt Menschen
durchaus nicht wenige
die Tiere fangen, quälen und verstümmeln
Um sie dann zu verpacken
und mit ihnen tot oder lebend
gute Geschäfte machen
Dieser Markt ist sehr groß
weil sich noch immer Käufer finden
die viel Geld bezahlen
ganz besonders für seltene
und exotische Arten
Auf diese Weise
werden ganze Populationen
immer weiter dezimiert
bis sie kurz vor der Ausrottung sind
Zum Leidwesen derer
die schon immer
im Einklang mit diesen Tieren leben
In unserer Zeit gibt es
aber andererseits auch Menschen
wieder nicht wenige
die ihr ganzes Leben
einer einzigen Tierart widmen
Ob es jetzt Wale, Nashörner
bedrohte Vögel oder Insekten sind
Sie tun alles
um sie zu beobachten
ihre Wanderungen aufzuzeichnen
und ihr Verhalten zu verstehen
Sie erkunden mit viel Zeit
und noch mehr Engagement
wieviel Lebensraum sie brauchen
Einfach weil sie nicht wollen
daß diese Tiere, egal welche,
von der Erde verschwinden
und das für immer
Während also die einen
die Natur, die Tiere
als ihr Eigentum betrachten
mit dem sie Geschäfte machen
arbeiten die anderen
mit viel Liebe und Demut
an der Wahrung dieser Natur
Die Frage erübrigt sich
welche Einstellung, welche Überzeugung
die bessere, die sinnvollere ist
Weil die Schöpfung
eben nicht unser Eigentum ist
und nur uns Menschen gehört
Sondern unser aller Lebensraum
Dem es doch wahrlich zusteht
auch gebührend geachtet zu werden
und an dessen Erhaltung
wir doch alle interessiert sein sollten
Schönheit
Die Steine, die Pflanzen, die Tiere
sie die so herrlich anzusehen
sollen nicht wissen was Schönheit ist
Oder keinen Sinn dafür haben
Sie die geformt von der Natur
der wohl größten Künstlerin von allen
Die stille so bescheidene Art der Blumen
die mächtige und beschützende der Bäume
der liebliche Gesang der Vögel
und die große Eleganz der Bewegung
die vielen Geschöpfen eigen
Sie alle sind Ausdruck
einer unerreichten Schönheit
die von uns Menschen
allerhöchstens nur kopiert werden kann
Hoffnung und Gewissheit
Möge doch unser aller Hoffnung
auf eine bessere Welt
auf ein harmonisches Zusammenleben
auf Frieden
und auf einen besseren Umgang
mit der Natur
von der Gewissheit begleitet werden
dafür auch selbst etwas
geleistet zu haben
So klein der Beitrag jedes einzelnen
auch immer sein mag
Herbst
Ein Blatt
ein einziges Blatt nur.....
Das im Herbst
nach getaner Arbeit
zu Boden schwebt
Und meine Ehrfurcht
ist grenzenlos
Flieg Vogel flieg
Flieg Vogel flieg
mach uns alle froh
und sei bitte nicht böse
über den Ring
den du von uns hast
Dich zu beobachten ist unsere Arbeit
dich zu erforschen unser Leben
So daß wir wissen wie es dir geht
und was du brauchst
um bei uns zu bleiben
Weil wir alle nichts anderes wollen
als daß es dich und deine Art
auch morgen noch gibt
Die Natur 2
Bei vielen Dingen ist es so
daß man sie erst zu schätzen lernt
wenn man sich näher mit ihnen beschäftigt
So ist es auch
mit der Natur, der Schöpfung
Je mehr man über sie weiß
über die vielen Vorgänge
die da ineinandergreifen
umso mehr wird man dann auch verstehen
in welcher Wunderwelt wir doch leben
Kinderaugen
So wie viele andere
versuche auch ich
die Welt
ein kleines bißchen besser zu machen
bei allem was ich tue
Manchmal ist es nicht leicht
ich gebe es gerne zu
weil gar vieles im Argen ist
Und wie sie jetzt aussieht
unsere Welt
Wenn ich dann aber
in all die Kinderaugen sehe
die mir unterwegs begegnen
dann habe ich keine Zweifel mehr
Nein, nicht den geringsten
Dann weiß ich
was ich zu tun habe
Unsere Erde
Es mag viele Gründe geben
an der Welt zu zweifeln
Wissen wir doch alle
warum die Dinge
so oder so nicht sein sollten
Jeder für sich
Jeder in seinem Herzen
Aber es gibt doch viel mehr Gründe
an sie zu glauben
an diese unsere Erde
Sie nicht krank zu machen
bei vielem was wir tun
Und sie nicht krank zu reden
mit unserer Gier nach mehr
Sondern umzukehren
sobald wie möglich
zum Geist unserer Ahnen
für die sie immer etwas heiliges war
Und das auch gelebt haben
über die Jahrtausende
Dahin geht der Weg
da führt kein Weg dran vorbei
Und es wird ohne jeden Zweifel
für uns alle
besser so sein
In der Natur
Wenn ich mich
in der Natur bewege
mache ich nicht viel mehr
als zu schmecken
zu tasten
zu riechen
zu hören
zu beobachten
und mit dem Herzen zu ahnen
Da kommen störende Gedanken
die mich davon ablenken
nur mehr selten
Allerhöchstens welche
die sich dafür bedanken
in dieser betörenden Schönheit
Pracht und Freude
doch verweilen zu dürfen
Rosen
Rosen und Orchideen sind schön, ich weiß
Aber mich haben seit jeher
jene unscheinbaren Gewächse mehr beeindruckt
die an den unmöglichsten Stellen wachsen
und von den meisten
gar nicht wahrgenommen werden